Juckreiz und Hautprobleme beim Hund
Für Hunde · Veröffentlicht am 3. August 2026
Juckreiz ist keine Diagnose, sondern ein Symptom, und genau deshalb funktioniert Selbstversuchen selten. Derselbe Hund, der kratzt, kann Flöhe haben, eine Granne zwischen den Zehen, ein entzündetes Ohr oder eine Allergie. Das Vorgehen unterscheidet sich je nach Ursache, also ist der erste Schritt herauszufinden, in welche Richtung es geht.
Was du auf der Haut siehst
Das LICG nennt als Auffälligkeiten an Haut und Fell: kahle Stellen und eine Haut mit Wunden, Krusten, roten Stellen oder vielen Schuppen. Das ist die Liste, auf die du deinen Hund absuchst. Schau auch, wohin dein Hund selbst geht: Hunde lecken, beißen oder kratzen wiederholt an der Stelle, die weh tut oder juckt, und das weist dir oft von selbst den Weg.
Richtung 1: Flöhe, auch wenn du sie nicht siehst
Fang hier an, denn das ist die häufigste und die am leichtesten auszuschließende Ursache. Manche Tiere sind sehr empfindlich gegenüber dem Speichel von Flöhen und können darauf eine allergische Reaktion entwickeln, wobei sie sich bis aufs Blut beißen und kratzen können.
Das Unangenehme daran: Bei so einer Allergie musst du kaum Flöhe sehen, um Beschwerden zu haben. Kämme deshalb mit einem Flohkamm über einer hellen Fläche und teste schwarze Körnchen auf einem feuchten weißen Papier: Färben sich die Ränder rotbraun, ist es Flohkot. Achte vor allem auf den unteren Rücken und die Schwanzwurzel.
Richtung 2: Grannen, und dann vor allem im Sommer
Eine Granne ist ein kleines Grasteilchen, das sich in die Haut arbeitet und nicht von selbst verschwindet. Laut LICG sind Grannen vor allem von Juni bis August oder September zu sehen. Sie landen zwischen den Zehen, in den Achseln, in den Leisten, in der Nase, in den Ohren und an den Augen.
Das Bild ist sehr wiedererkennbar: Ein Hund mit einer Granne in der Nase niest und prustet; sitzt sie im Ohr, dann schüttelt dein Hund den Kopf und klappert mit den Ohren; sitzt sie in einer Pfote, dann läuft das Tier meist lahm. Und an der Stelle selbst fangen Hunde heftig an zu lecken, zu beißen oder zu kratzen.
Das LICG ist bei der Dringlichkeit deutlich: Zweifelst du oder gelingt es nicht, sie herauszubekommen, dann geh so schnell wie möglich zum Tierarzt. Je länger du wartest, desto tiefer dringt die Granne ein und desto mehr Schaden richtet sie an.
Richtung 3: Ohren und Hautfalten
Viel Kratzen an den Ohren oder Schiefhalten des Kopfes kann auf Ohrmilben oder eine Entzündung hindeuten. Das LICG gibt dazu eine Warnung, die man sich merken sollte: Träufle nicht einfach etwas ins Ohr. Ist etwas beschädigt, kann ein Mittel mehr schaden als nützen, und ohne ins Ohr zu schauen, weißt du das nicht.
Richtung 4: Allergie
Kommt der Juckreiz immer wieder, ohne dass Flöhe, Grannen oder Ohren die Erklärung sind, kommt eine Allergie in Betracht. Die Universitätstierklinik in Utrecht unterscheidet dabei mehrere Formen:
- **Atopie**, eine Allergie gegen Stoffe oder Organismen in der Umgebung, zum Beispiel Pollen, Hausstaub oder Hausstaubmilben. Das Bild: Juckreiz, Hautentzündung, Ohrentzündung, Rötung und kahle Stellen, an fast dem gesamten Körper.
- **Futtermittelallergie**, mit Juckreiz am gesamten Körper, Hautentzündung und Ohrentzündung.
- **Flohallergie**, mit Juckreiz und Hautveränderungen am Hinterteil.
Die Überschneidung ist groß, und genau deshalb ist das Sache des Tierarztes. Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie arbeitet Utrecht mit einer Ausschlussdiät, auch Eliminationsdiät genannt, die mindestens sechs Wochen strikt durchgehalten werden muss. Strikt heißt hier auch wirklich strikt: ein Leckerli von den Nachbarn macht den Test wertlos, und dann fängst du von vorn an.
Was du selbst sinnvoll tun kannst
- Die Flohbehandlung in Ordnung bringen, bei allen Tieren im Haus, und die Umgebung mitnehmen.
- Nach einem Spaziergang durch hohes Gras deinen Hund zwischen den Zehen, in den Achseln, den Leisten und den Ohren absuchen.
- Notieren, wann der Juckreiz schlimmer ist: nach Jahreszeit, nach einem Spaziergang, nach einer bestimmten Mahlzeit, drinnen oder draußen. Dieses Muster ist für deinen Tierarzt wertvolle Information und lässt sich im Nachhinein schwer rekonstruieren.
- Fotos von den Stellen machen. Haut verändert sich, und was du heute siehst, ist in einer Woche anders.
Was du nicht tust: selbst salben, Cremes oder Shampoos von Menschen benutzen oder etwas ins Ohr träufeln, ohne dass jemand hineingeschaut hat.
Wann du gehst
Geh zu deinem Tierarzt bei kahlen Stellen, Wunden, Krusten oder roten Stellen, bei Juckreiz, der tagelang anhält, bei einem Hund, der sich aufkratzt, bei Ohrbeschwerden und bei Verdacht auf eine Granne. Kratzt sich dein Hund kaputt, dann wartest du nicht: beschädigte Haut entzündet sich leicht, und dann hast du zwei Probleme.
Dieser Artikel ist allgemeine Information und keine Diagnose. Welche Ursache bei deinem Hund vorliegt, stellt dein Tierarzt fest.
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Konto erstellenHäufige Fragen
- Mein Hund kratzt, aber ich sehe keine Flöhe. Kann es trotzdem eine Flohallergie sein?
- Ja. Tiere, die auf Flohspeichel empfindlich reagieren, können eine allergische Reaktion entwickeln und sich bis aufs Blut beißen und kratzen, ohne dass du viele Flöhe siehst. Kämme mit einem Flohkamm über einer hellen Fläche und teste schwarze Körnchen auf feuchtem weißem Papier.
- Mein Hund leckt seit dem Sommer an seiner Pfote. Was kann das sein?
- Denk an eine Granne. Die sitzen vor allem zwischen den Zehen, in Achseln, Leisten, Nase und Ohren und sind laut LICG vor allem von Juni bis August oder September zu sehen. Eine Granne in der Pfote führt meist zu Lahmheit. Gelingt es nicht, sie zu entfernen, dann geh so schnell wie möglich zum Tierarzt.
- Wie lange dauert eine Eliminationsdiät bei einer Futtermittelallergie?
- Die Universitätstierklinik Utrecht hält eine Ausschlussdiät von mindestens sechs Wochen ein, strikt durchgehalten. Eine einzige Abweichung macht den Test unzuverlässig. So eine Diät stellst du gemeinsam mit deinem Tierarzt auf, nicht auf eigene Faust.
Dieser Artikel ist allgemeine Information, keine Diagnose oder medizinische Beratung. Wende dich bei Zweifeln oder Beschwerden immer an deinen Tierarzt.
Quellen
- Huidaandoeningen door allergische of overgevoeligheidsreacties - Universitair Dierenziekenhuis, Universiteit Utrecht
- Grasaren - Landelijk InformatieCentrum Gezelschapsdieren (LICG)
- Vlooienbestrijding bij huisdieren - Landelijk InformatieCentrum Gezelschapsdieren (LICG)
- Houd uw hond gezond! - Landelijk InformatieCentrum Gezelschapsdieren (LICG)
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