TailJournal

Britisch Kurzhaar

Rasseratgeber · Katze

Größe
Mittelgroß
Gewicht
3,6-7,3 kg
Fell
Kurzes Fell
Lebenserwartung
12-20 Jahre
Herkunft
Vereinigtes Königreich

Die Britisch Kurzhaar ist eine ruhige, kräftig gebaute Katze mit einem dichten, plüschigen Fell. Sie sucht deine Gesellschaft, ohne viel zu verlangen: lieber neben dir auf dem Sofa als auf deinem Schoß.

Herkunft und ursprüngliche Aufgabe

Die Britisch Kurzhaar ist eine der ältesten Katzenrassen. Laut TICA stammt sie von Katzen ab, die mit den Römern nach Großbritannien kamen, wo sie die Nahrungsvorräte vor Ungeziefer schützen sollten. Sie war also eine Arbeitskatze, keine Salonkatze.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war nur wenig Zuchtmaterial übrig. Züchter kreuzten damals unter anderem mit Hauskatzen, Russisch Blau und der Perserkatze. Diese Kreuzung mit der Perserkatze ist mehr als eine Randnotiz: Sie spielt weiter unten eine Rolle bei der erblichen Nierenerkrankung PKD.

Aussehen und Größe

Die Britisch Kurzhaar ist kompakt und schwer gebaut, mit einer breiten Brust, kurzen kräftigen Beinen und einem dichten Fell. TICA bezeichnet die Rasse als mittelgroß bis groß und gibt als Gewicht ungefähr 3,6 bis 5,0 kg für Kätzinnen und 4,5 bis 7,3 kg für Kater an.

Charakteristisch ist das Fell: kurz, aber so dicht, dass es sich wie Plüsch anfühlt. Das ist keine Unterwolle, die du eben wegbürstest, sondern ein festes, aufrecht stehendes Fell.

Gewichtsangaben aus einer Rassebeschreibung sind ein Richtwert, kein Ziel. Ob deine Katze ihr richtiges Gewicht hat, beurteilst du an der Kondition: Kannst du die Rippen unter einer dünnen Fettschicht fühlen? Wenn du unsicher bist, frag deinen Tierarzt.

Charakter und Verhalten

TICA beschreibt die Britisch Kurzhaar als freundlich und anhänglich, aber auf eine unaufdringliche Art: Sie ist loyal und sucht Gesellschaft, aber sie ist keine Schoßkatze. Sie liegt lieber neben dir als auf dir, und die meisten Britisch Kurzhaar mögen es nicht, hochgehoben und herumgetragen zu werden.

Sie ist auch keine Katze, die den ganzen Tag durch die Wohnung tobt. TICA bezeichnet die Rasse als wenig aktiv, mit ab und zu einem Ausbruch von Verspieltheit. Verwechsle diese Ruhe nicht mit Gleichgültigkeit: Sie folgt dir durch die Wohnung, aber zu ihren eigenen Bedingungen.

Passt diese Rasse zu dir?

Diese Katze passt zu einem ruhigen Haushalt, der ein Gesellschaftstier möchte, das wenig fordert. TICA bezeichnet sie als verträglich gegenüber Kindern und Hunden, aber gerade weil sie nicht getragen werden möchte, ist eine feste Regel im Haus wichtig: Die Katze kommt zu dir, nicht umgekehrt. Bring das den Kindern bei.

  • Du suchst eine ruhige Katze, die dir Gesellschaft leistet, ohne viel Aufmerksamkeit einzufordern.
  • Es stört dich nicht, dass sie nicht auf den Schoß kommt.
  • Du bist bereit, aktiv mit ihr zu spielen, denn von sich aus bewegt sie sich wenig.
  • Du achtest auf ihr Gewicht, denn wenig Bewegung und ein guter Appetit passen schlecht zusammen.

Bewegung und Aktivität

Weil die Britisch Kurzhaar sich von sich aus wenig bewegt, musst du die Initiative ergreifen. Ein paar kurze Spieleinheiten pro Tag wirken besser als eine lange: Lass sie schleichen, jagen und fangen mit einer Angel oder einem Papierknäuel, und lass sie gewinnen.

Bereichere außerdem die Wohnung. Klettermöglichkeiten, ein Kratzbaum, ein Blick aus dem Fenster und Futterspiele, bei denen sie ihre Futterbröckchen zusammensuchen muss, halten eine Wohnungskatze beschäftigt und helfen gegen Langeweile und Übergewicht.

Training und Sozialisierung

Katzen lernen gut, aber nicht unter Druck. Arbeite mit Belohnung: ein Futterbröckchen oder ein Spiel in dem Moment, in dem sie tut, was du möchtest. So bringst du ihr ohne Stress bei, in ihre Transportbox zu steigen, sich bürsten zu lassen und sich die Krallen schneiden zu lassen.

Fang damit früh an und halte die Einheiten kurz. Heb sie nicht hoch, um etwas zu erzwingen: Das ist genau das, was diese Rasse nicht mag, und du machst das nächste Mal schwieriger.

Fell und Pflege

Das Fell ist kurz, aber extrem dicht. TICA schreibt, dass du lose abgestorbene Haare mit einem Kamm schnell herausholst und dass du beim Wechsel der Jahreszeiten häufiger kämmen musst. Einmal pro Woche reicht für die meisten Katzen, im Fellwechsel häufiger.

Schau beim Kämmen gleich nach dem Rest: Krallen, Zähne, Ohren und Haut. So bemerkst du Veränderungen rechtzeitig, und sie gewöhnt sich daran, dass du sie anfasst.

Ernährung und Gewicht

Eine Katze, die sich wenig bewegt und gern frisst, nimmt leicht zu. Übergewicht ist bei Katzen kein kosmetisches Problem: Es erhöht das Risiko für andere Gesundheitsprobleme und macht das Bewegen schwerer.

Wieg deine Katze deshalb regelmäßig und verfolge den Trend. Füttere abgemessene Portionen, statt den Napf immer wieder aufzufüllen, und verteile das Futter über den Tag. Lass deinen Tierarzt beurteilen, wie viel deine Katze braucht.

Gesundheit und Erbkrankheiten

Die wichtigste Erbkrankheit bei dieser Rasse ist HCM (hypertrophe Kardiomyopathie), eine Verdickung des Herzmuskels. In einer dänischen Studie mit 329 Britisch Kurzhaar, die zum Screening vorgestellt wurden, waren 8,5 % HCM-positiv und 4,3 % fraglich. Kater waren häufiger betroffen (20,4 %) als Kätzinnen (2,1 %).

Das Cornell Feline Health Center beschreibt, dass viele Katzen mit HCM lange Zeit nichts zeigen. Beschwerden, die auftreten können, sind schnelle oder erschwerte Atmung, Atmen mit offenem Maul und Trägheit. Eine schwere Komplikation ist ein Blutgerinnsel, das plötzliche Schmerzen oder eine Lähmung der Hinterbeine verursacht. Das ist ein Notfall: Geh sofort zum Tierarzt. Die Diagnose wird mit einem Herzultraschall gestellt.

Außerdem nennt Cornell die Britisch Kurzhaar bei den Rassen, bei denen PKD (eine erbliche Nierenerkrankung mit Zysten) auftreten kann. Sie kommt vor allem bei der Perserkatze vor, und wahrscheinlich ist die Veranlagung über alte Kreuzungen mit der Perserkatze in die Rasse gelangt. Es gibt einen DNA-Test, und die Diagnose wird mit Ultraschall gestellt.

Frag einen Züchter deshalb nach dem Screening der Elterntiere auf Herz und Nieren. Und wenn du bei deiner eigenen Katze Atemnot, Trägheit oder plötzliche Probleme mit den Hinterbeinen bemerkst: Warte nicht ab, sondern geh zum Tierarzt.

Vom Jungtier bis zum Senior

Katzen gelten in TailJournal ab etwa 11 Jahren als Senior. Achte beim Älterwerden auf Veränderungen bei Bewegung, Appetit und Verhalten und besprich sie mit deinem Tierarzt.

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Häufig gestellte Fragen

Ist die Britisch Kurzhaar eine Schoßkatze?
Meistens nicht. TICA beschreibt sie als anhänglich, aber unaufdringlich: Sie liegt lieber neben dir als auf dir, und die meisten Britisch Kurzhaar mögen es nicht, hochgehoben zu werden.
Wie schwer wird eine Britisch Kurzhaar?
TICA gibt als Richtwert ungefähr 3,6 bis 5,0 kg für Kätzinnen und 4,5 bis 7,3 kg für Kater an. Ob deine Katze ihr richtiges Gewicht hat, beurteilst du an der Kondition, nicht an der Zahl.
Wie viel muss ich mit ihr spielen?
Von sich aus bewegt sich diese Rasse wenig, also ergreif die Initiative. Ein paar kurze Spieleinheiten pro Tag plus Bereicherung in der Wohnung (Klettern, Kratzbaum, Futterspiele) halten sie fit.
Wie oft muss ich ihr Fell bürsten?
Das Fell ist kurz, aber sehr dicht. Einmal pro Woche kämmen reicht meistens; beim Wechsel der Jahreszeiten kämmst du häufiger, um lose abgestorbene Haare herauszuholen.
Auf welche Erbkrankheiten wird bei dieser Rasse getestet?
Auf HCM (eine Herzerkrankung) und PKD (eine Nierenerkrankung). Frag einen Züchter nach dem Screening beider Elterntiere, und lass deine Katze bei Atemnot oder Trägheit vom Tierarzt untersuchen.

Dieser Rasseratgeber ist allgemeine Information auf Basis breit anerkannter Rassemerkmale, keine medizinische Beratung. Jedes Tier ist anders - wende dich bei Fragen oder Beschwerden immer an deinen Tierarzt.

Quellen

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