Labrador Retriever
Rasseratgeber · Hund
- Größe
- Groß
- Gewicht
- 25-36 kg
- Schulterhöhe
- 54-57 cm
- Fell
- Kurzes Fell
- Energie
- Energiegeladen
- Herkunft
- Vereinigtes Königreich
Der Labrador Retriever ist ein kräftiger, freundlicher Hund, der Wasser liebt und am liebsten etwas zu tun hat. Er ist als Familienhund bekannt, aber vergiss nicht, dass in ihm ein Arbeitshund steckt: Gib ihm Bewegung und eine Aufgabe, und du hast zu Hause einen ruhigen Mitbewohner.
Herkunft und ursprüngliche Aufgabe
Der Rassestandard der FCI nennt Großbritannien als Ursprungsland. Die Geschichte beginnt laut demselben Standard an der Küste Neufundlands, wo Fischer Hunde einsetzten, die Fische aus dem Wasser holten. Ende des neunzehnten Jahrhunderts kamen diese Hunde nach England, wo der Labrador als Apportierhund für die Jagd weitergezüchtet wurde. Der Rasseklub besteht seit 1916.
Diese Vergangenheit erklärt fast alles, was du zu Hause siehst. Der Labrador wurde gezüchtet, um zu suchen, aufzunehmen und zurückzubringen, mit einem weichen Fang, damit das Wild heil blieb. Ein Hund, der dir deinen Pantoffel bringt, alles in sein Maul steckt und mit nassen Pfoten nach Hause kommt, tut genau das, wofür er einst gedacht war.
Aussehen und Größe
Der FCI-Standard beschreibt eine ideale Widerristhöhe von 56 bis 57 cm für Rüden und 54 bis 56 cm für Hündinnen. Dieser Standard nennt kein Gewicht. Der amerikanische Rassestandard dagegen schon und gibt als Richtwert etwa 29 bis 36 kg für Rüden und 25 bis 32 kg für Hündinnen in Arbeitskondition an.
Kennzeichnend sind der breite Kopf, die breite und tiefe Brust und die dicke, runde Rute, die im Standard als Otterrute bezeichnet wird. Das Fell ist kurz und dicht, fühlt sich recht hart an und hat eine wasserabweisende Unterwolle. Anerkannte Farben sind Schwarz, Gelb (von Hellcreme bis Fuchsrot) und Leberbraun oder Schokoladenbraun.
Ein Rassestandard beschreibt ein Ideal, kein Gesetz. Einzelne Hunde weichen davon ab. Richte dich beim Gewicht deines Hundes also nicht nach einer Zahl aus einer Tabelle, sondern nach der Kondition, die du fühlst, und lass deinen Tierarzt mit draufschauen.
Charakter und Verhalten
Der Rassestandard beschreibt den Labrador als gutmütig, intelligent und fügsam, mit einem starken Willen, es richtig zu machen, und ohne eine Spur von Aggression oder übertriebener Scheu. Der Raad van Beheer nennt ihn intelligent und anhänglich.
Zu Hause siehst du einen Hund, der Kontakt sucht, gern mitarbeitet und schnell lernt. Er liebt Wasser und benutzt seine Nase viel. Er ist auch anfällig für Langeweile: Ein Labrador, der nichts zu tun hat, erfindet sich selbst eine Aufgabe. Diese Aufgabe gefällt dir meistens nicht.
Passt diese Rasse zu dir?
Ein Labrador passt zu einem Haushalt, der nach draußen will, auch wenn es regnet. Er ist groß, stark und begeistert: Eine fröhliche Rute fegt einen Couchtisch leer. Laut dem Raad van Beheer wird ein Labrador, der genug Bewegung in der Natur bekommt, zu Hause gerade zu einem ruhigen Haushund.
- Du hast jeden Tag Zeit, dich ausgiebig zu bewegen und zu trainieren.
- Dich stören Haare und ab und zu Matsch im Haus nicht.
- Du kannst seinen Appetit im Zaum halten, denn Übergewicht kommt bei dieser Rasse häufig vor.
- Du suchst einen Hund, der gern mitarbeitet und den du gut motivieren kannst.
Bewegung und Aktivität
Nur Runden zu drehen ist für die meisten Labradore zu wenig. Er ist gebaut, um zu arbeiten, also kombiniere Spaziergänge mit Suchspielen, Apportieren und Schwimmen. Kopfarbeit zählt stark mit: Zehn Minuten nach versteckten Brocken zu suchen macht ihn ruhiger als eine halbe Stunde zusätzliches Trotten.
Für einen Welpen im Wachstum gelten andere Regeln als für einen erwachsenen Hund. Besprich mit deinem Tierarzt, wie viel und wie intensiv sich dein Welpe bewegen darf.
Training und Sozialisierung
Der starke Wille, es richtig zu machen, macht den Labrador angenehm im Training. Er arbeitet gern für Belohnung und merkt sich schnell, was sich lohnt. Belohne also, was du sehen willst, und ignoriere, was du nicht sehen willst, statt zu korrigieren.
Zwei Dinge, auf die du achten solltest. Erstens liebt er oft das Fressen, also zähle Trainingsbelohnungen zu seiner Tagesration dazu. Zweitens ist er als junger Hund ausgelassen und stark: Bring ihm früh bei, ordentlich an der Leine zu laufen und ruhig zu begrüßen, bevor er seine erwachsene Kraft hat.
Fell und Pflege
Das kurze, dichte Fell mit Unterwolle haart das ganze Jahr über und während des Fellwechsels deutlich mehr. Wöchentliches Bürsten hält das Haus lebenswert; im Fellwechsel bürstest du häufiger.
Achte besonders auf die Ohren. Der Labrador hat Hängeohren und schwimmt gern, und eine Ohrentzündung ist bei dieser Rasse die häufigste Erkrankung (siehe unten). Kontrolliere die Ohren regelmäßig. Siehst du Rötung oder Schmutz, riechst du einen üblen Geruch, oder schüttelt er den Kopf und kratzt sich an den Ohren, dann geh zum Tierarzt.
Ernährung und Gewicht
In der britischen VetCompass-Studie hatten 8,8 % der Labradore Übergewicht. Das ist kein Detail: Übergewicht belastet die Gelenke, und Gelenkverschleiß lag in derselben Studie bei 5,5 %.
Wiege deinen Hund deshalb regelmäßig und verfolge den Trend statt einer einzelnen Messung. Fühle, ob du die Rippen unter einer dünnen Fettschicht finden kannst. Bist du dir bei der Portion oder der Kondition unsicher, dann lass deinen Tierarzt beurteilen, was dein Hund braucht. Leckerchen und Trainingsbelohnungen zählen mit.
Gesundheit und Erbkrankheiten
In einer großen britischen Studie mit 33.320 Labradoren in der Erstversorgungspraxis waren die häufigsten Erkrankungen Ohrentzündung (10,4 %), Übergewicht (8,8 %) und Gelenkverschleiß (5,5 %). Die mediane Lebensdauer betrug 12,0 Jahre.
Dieselbe Studie fand einen Unterschied je nach Fellfarbe. Schokoladenbraune Labradore wurden weniger alt (Median 10,7 Jahre) als Labradore mit einer anderen Farbe (12,1 Jahre) und hatten häufiger eine Ohrentzündung: 23,4 %, gegenüber 12,8 % bei schwarzen und 17,0 % bei gelben Hunden.
Für die Zucht verlangen die niederländischen Rassevereine eine Untersuchung auf Hüftdysplasie und Ellbogendysplasie, eine ECVO-Augenuntersuchung und einen DNA-Test auf PRA, eine erbliche Augenerkrankung. Frag einen Züchter immer nach diesen Ergebnissen beider Elterntiere.
Diese Zahlen beziehen sich auf eine Gruppe von Hunden, nicht auf deinen Hund. Bemerkst du Beschwerden an Ohren, Gelenken oder Gewicht, oder bist du dir einfach unsicher: Lass deinen Tierarzt nachsehen. Stelle niemals selbst eine Diagnose.
Vom Jungtier bis zum Senior
Größere Rassen werden meist früher zum Senior. Ist deine Rasse groß, rechnet TailJournal ab etwa 7 Jahren mit der Seniorphase. Achte beim Älterwerden auf Veränderungen bei Bewegung und Verhalten und besprich sie mit deinem Tierarzt.
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Konto erstellenHäufig gestellte Fragen
- Wie viel Bewegung braucht ein Labrador?
- Mehr als nur Runden zu drehen. Kombiniere Spaziergänge mit Sucharbeit, Apportieren und Schwimmen, und gib ihm täglich etwas zu tun. Für einen Welpen im Wachstum gelten andere Regeln: Besprich das mit deinem Tierarzt.
- Wie alt wird ein Labrador?
- In einer britischen Studie mit 33.320 Labradoren betrug die mediane Lebensdauer 12,0 Jahre. Schokoladenbraune Labradore wurden in dieser Studie weniger alt: Median 10,7 Jahre.
- Haart ein Labrador viel?
- Ja. Das kurze Fell hat eine dichte Unterwolle und haart das ganze Jahr über, während des Fellwechsels deutlich mehr. Wöchentliches Bürsten hilft, im Fellwechsel häufiger.
- Warum bekommen Labradore so oft eine Ohrentzündung?
- Er hat Hängeohren und liebt Wasser. Die Ohrentzündung war in der VetCompass-Studie die häufigste Erkrankung (10,4 %). Kontrolliere die Ohren regelmäßig und geh bei Rötung, üblem Geruch oder Kratzen zum Tierarzt.
- Ist ein Labrador für eine Familie mit Kindern geeignet?
- Der Rassestandard beschreibt einen freundlichen Charakter ohne Aggression oder Scheu, was ihn als Familienhund beliebt macht. Bedenke aber, dass es ein großer, begeisterter Hund ist, der viel Bewegung braucht.
Dieser Rasseratgeber ist allgemeine Information auf Basis breit anerkannter Rassemerkmale, keine medizinische Beratung. Jedes Tier ist anders - wende dich bei Fragen oder Beschwerden immer an deinen Tierarzt.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 122: Labrador Retriever - Fédération Cynologique Internationale
- Official Standard for the Labrador Retriever - American Kennel Club
- Labrador retrievers under primary veterinary care in the UK: demography, mortality and disorders (McGreevy et al., Canine Genetics and Epidemiology, 2018) - VetCompass, Royal Veterinary College
- Rasseinformationen Labrador Retriever: vorgeschriebene Gesundheitsuntersuchungen - Raad van Beheer
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