TailJournal

Ist mein Hund zu schwer? So prüfst du es zu Hause nach dem Sommer

TailJournal-Redaktion · Veröffentlicht am 4. August 2026

Der Sommer ist vorbei. Viele träge Nachmittage im Schatten, hier und da ein Stück Wurst vom Grill, und die Runden wurden bei der Hitze kürzer als sonst. Und jetzt, wo du deinen Hund so anschaust, kommt der Gedanke: Ist er eigentlich ein bisschen schwerer geworden?

Das ist eine gute Frage. Und für einen ersten Eindruck brauchst du keine Waage, sondern deine Hände.

Wonach genau fühlst du?

Bei einem Hund mit vollem Fell täuscht das Auge leicht. Fühlen ist verlässlicher.

Leg die Hände flach auf seine Rippen und streich ruhig darüber. Du solltest die Rippen fühlen können, ohne fest drücken zu müssen. Spürst du vor allem eine Fettschicht und musst nach den Rippen suchen, dann liegt zu viel darüber.

Schau ihn danach von oben an, während er steht. Hinter den Rippen gehört eine Taille sichtbar zu sein, eine Einbuchtung. Läuft der Körper wie ein gerades Rohr durch oder wölbt er sich nach außen, dann ist diese Taille verschwunden.

Und von der Seite: Der Bauch gehört hinter den Rippen nach oben zu laufen, in Richtung Hinterläufe. Hängt die untere Linie gerade oder tief durch, dann fehlt dieser hochgezogene Bauch.

Drei kleine Prüfungen, zusammen sagen sie mehr als die Waage allein.

Übergewicht oder Fettleibigkeit?

Vielleicht hast du beide Wörter durcheinander gehört. Dazwischen liegt eine Grenze.

Wiegt dein Hund etwa zehn Prozent mehr als sein Idealgewicht, dann heißt das Übergewicht. Liegt er zwanzig Prozent oder mehr darüber, spricht man von Fettleibigkeit. Zehn Prozent klingt nach wenig. Für einen Hund ist es das nicht: es ist Gewicht, das er den ganzen Tag mit sich trägt.

Warum man es so leicht übersieht

Übergewicht schleicht sich an. Es kommt nicht in einer Woche, sondern über Monate, mit ein paar Gramm zu viel pro Tag. Du siehst deinen Hund jeden Tag und gewöhnst dich an ein Bild, das sich langsam verändert.

Deshalb ist der ehrlichste erste Schritt einfach: Lass deinen Hund in der Tierarztpraxis wiegen. Fast jeder Halter schätzt zu niedrig, wie viel schwerer der Hund geworden ist, und das ist nicht dumm - so ist das eben, wenn man etwas täglich vor Augen hat. Eine Zahl auf der Waage ist ehrlicher als das Auge.

Und dann? Kleine Dinge, jeden Tag

Du musst deinen Hund nicht mit großen Gesten auf Diät setzen. Meistens steckt der Gewinn in kleinen, langweiligen Gewohnheiten:

  • Wieg das Futter ab, statt es zu schätzen. Eine Schaufel wird unbemerkt schnell mehr.
  • Zähl die Leckerlis mit, als Teil der Tagesmenge, nicht obendrauf.
  • Frag zu Hause nach, wer sonst noch etwas gibt. Zwei Personen, die beide mal eben etwas geben, summiert sich.
  • Verfolge den Verlauf über die Wochen statt einer einzelnen Wägung. Die Richtung, in die sich das Gewicht bewegt, sagt mehr als eine einzelne Zahl.

Bist du unsicher, wie viel weg muss, oder nimmt er nicht ab, obwohl du wirklich weniger fütterst? Dann besprich die Portion und das Zielgewicht mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt. Das ist allgemeine Information und keine Diagnose; was für deinen Hund passt, findest du gemeinsam mit der Praxis heraus.

Die ausführliche Erklärung

Dieser Beitrag behandelt eine bestimmte Situation. Willst du das ganze Thema in Ruhe nachlesen, findest du es in der Wissensdatenbank.

Zum Artikel in der Wissensdatenbank

Häufige Fragen

Reicht eine Waage zu Hause, oder muss es die Tierarztpraxis sein?
Eine Waage zu Hause ist gut, um den Verlauf über die Wochen zu verfolgen, und das ist wertvoll. Für einen ehrlichen Startpunkt hilft aber das Wiegen in der Tierarztpraxis, weil du dort gleich besprechen kannst, wo das Idealgewicht ungefähr liegt. Halter schätzen fast immer zu niedrig, wie viel schwerer ihr Hund geworden ist, deshalb ist eine neutrale Zahl viel wert.
Mein Hund hat viel Fell und ich fühle die Rippen kaum. Was jetzt?
Drück nicht stärker, sondern streich ruhig mit flachen Händen über die Rippen; du solltest sie ohne festen Druck fühlen können. Kombiniere das mit dem Blick von oben auf die Taille und von der Seite auf den hochgezogenen Bauch, denn zusammen sagen diese drei Prüfungen mehr als eine allein. Bist du bei dichtem Fell unsicher, lass es in deiner Tierarztpraxis mitfühlen.
Er bettelt beim Napf. Füttere ich dann zu wenig?
Nach Futter zu fragen heißt nicht automatisch, dass mehr nötig ist; viele Hunde betteln auch bei einer passenden Portion. Zähl die Leckerlis zur Tagesmenge und prüf, ob nicht jemand anderes im Haushalt heimlich nachfüttert. Bleibst du unsicher, ob er wirklich zu kurz kommt, besprich die Portion mit deiner Tierarztpraxis.

Quellen

Verfolge es bei deinem eigenen Tier

Halte Gewicht, Portionen und Spaziergänge deines eigenen Hundes oder deiner Katze fest und sieh den Verlauf statt einer einzelnen Zahl.

Konto erstellen

Dieser Artikel ist allgemeine Information, keine Diagnose oder medizinische Beratung. Wende dich bei Zweifeln oder Beschwerden immer an deinen Tierarzt.

Zurück zum Blog